Ein Schlaganfall verändert oft von einem Moment auf den anderen den Alltag – für Betroffene genauso wie für Angehörige. Plötzlich sind Bewegungen schwieriger, die Koordination ist eingeschränkt oder einfache Tätigkeiten wie Greifen, Aufstehen oder Gehen fallen schwer.

Die gute Nachricht: Mit der richtigen Therapie lässt sich vieles wieder verbessern. Eine bewährte Methode in der neurologischen Physiotherapie ist die Bobath-Therapie.

Was ist die Bobath-Therapie?

Die Bobath-Therapie ist ein spezielles Behandlungskonzept für Menschen mit neurologischen Erkrankungen – vor allem nach einem Schlaganfall. Ziel ist es, gestörte Bewegungsmuster zu verbessern und alltagsnahe Bewegungen wieder zu trainieren.

Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur ein einzelner Muskel oder ein Gelenk, sondern der ganze Mensch:

  • Bewegung

  • Wahrnehmung

  • Körperkontrolle

  • Alltagssituationen

Die Therapie wird individuell an die Beschwerden und den aktuellen Stand der betroffenen Person angepasst.

Für wen ist die Bobath-Therapie geeignet?

Die Bobath-Therapie wird besonders häufig eingesetzt bei:

  • Schlaganfall-Patienten

  • halbseitigen Lähmungen (Hemiparese)

  • Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen

  • Einschränkungen beim Gehen oder Greifen

  • neurologischen Erkrankungen mit Bewegungsstörungen

Auch wenn der Schlaganfall schon länger zurückliegt, kann die Therapie sinnvoll sein – denn Fortschritte sind oft auch später noch möglich.

Wie hilft Bobath nach einem Schlaganfall?

Nach einem Schlaganfall entstehen häufig unbewusste Ausweichbewegungen oder Fehlhaltungen. Die Bobath-Therapie setzt genau dort an und hilft dabei, wieder funktionelle Bewegungen aufzubauen.

Typische Ziele der Behandlung sind:

  • Beweglichkeit verbessern

  • Spannungen und Verkrampfungen reduzieren

  • Körperwahrnehmung fördern

  • Sicheres Gehen und Stehen trainieren

  • Arm- und Handfunktion verbessern

  • Selbstständigkeit im Alltag stärken

Das Besondere: Es werden nicht nur Übungen „auf der Liege“ gemacht, sondern vor allem alltagsnahe Bewegungen geübt – z. B. Aufstehen, Hinsetzen, Gehen, Drehen oder gezieltes Greifen.

Wie läuft eine Bobath-Behandlung ab?

Jede Behandlung wird individuell geplant. Zu Beginn schauen wir uns genau an:

  • Welche Bewegungen fallen schwer?

  • Wo bestehen Unsicherheiten oder Schmerzen?

  • Welche Ziele sind wichtig? (z. B. wieder sicher laufen, Treppen steigen, Alltag besser bewältigen)

Danach folgt die Therapie mit gezielten Techniken und Übungen. Dabei wird auf eine ruhige, kontrollierte Ausführung geachtet – ohne Überforderung.

Wichtig ist auch: Regelmäßigkeit macht den Unterschied. Kleine Fortschritte im Alltag summieren sich mit der Zeit zu spürbaren Verbesserungen.

Bobath-Therapie und Alltag – warum das so wichtig ist

Ein großer Vorteil der Bobath-Therapie ist der starke Alltagsbezug. Es geht nicht nur darum, „eine Übung gut zu machen“, sondern Bewegungen zurückzugewinnen, die im echten Leben gebraucht werden:

  • selbstständig aufstehen

  • sicher in der Wohnung laufen

  • Dinge greifen und halten

  • beim Anziehen oder Essen wieder aktiver werden

So wird die Therapie zu einem wichtigen Baustein auf dem Weg zurück in mehr Selbstständigkeit und Lebensqualität.

Angehörige mit einbeziehen

Gerade nach einem Schlaganfall spielen Angehörige eine große Rolle. Sie unterstützen im Alltag, sind aber oft selbst unsicher, was hilfreich ist.

In der Therapie kann deshalb auch gezeigt werden:

  • worauf im Alltag geachtet werden sollte

  • wie Bewegungen sinnvoll unterstützt werden

  • welche Gewohnheiten eher hinderlich sein können

Das gibt Sicherheit – für beide Seiten.

Fazit

Die Bobath-Therapie nach Schlaganfall ist ein bewährter Weg, um Bewegungen neu zu erlernen und den Alltag Schritt für Schritt wieder leichter zu machen. Entscheidend ist eine individuelle Behandlung, Geduld und regelmäßiges Training.

Wenn du oder ein Angehöriger nach einem Schlaganfall Unterstützung braucht, beraten wir euch gern persönlich und schauen gemeinsam, welche Therapie sinnvoll ist.

Leave a Reply

Share